Verschweigen hilft nicht – Widerstand schon: Die Werbetour des III. Weg durch Nordbayern

Verschweigen hilft nicht – Widerstand schon

2 Wochen  Demoterror seitens einer Gruppe von 20 bis 60 Neonazis des III. Weg  in 5 Städten. Die offiziellen Reaktionen waren unterschiedlich.

15.04.2017: Forchheim

20 Nazis trafen auf Widerstand von 100 ForchheimerInnen – leider aufgrund angeblicher Überforderung der Polizei weit  voneinander getrennt.  Erst zwei Tage zuvor war der Aufmarsch aufgrund interner Infos aus den NBB bekannt geworden.  Wir berichteten bereits ausführlicher

22.04.2017: Schweinfurt, 10 Uhr

Die Stadt verheimlichte eine seit Längerem für 10 Uhr angemeldete Kundgebung des III. Weg. Ca. 15 Neonazis konnten mit einem inszenierten Straßentheater daher ungestört ihr völkisches Gedankengut verbreiten.

22.04.2017: Bamberg, 12:30 Uhr

Um ca. 12:30 Uhr schlug die Laienspieltruppe des III. Weg dann mit ihrem Theaterstück am stark frequentierten  Bamberger Bahnhofsvorplatz auf. Auch hier waren zivilgesellschaftliche Bündnisse nicht vor Ort, die Stadt hatte nicht informiert.

Eine kleine Gruppe von zufällig am Bahnhof vorbeikommenden Bamberger Jugendlichen hatte den Auftritt der Nazis jedoch bemerkt und wollte spontan dagegen demonstrieren. Diese kleine Widerstandsaktion wurde jedoch von der Polizei sofort untersagt, die Neonazis konnten ihre Kundgebung ungehindert und ohne Widerspruch der Bamberger Öffentlichkeit durchführen.  Die Nazis blieben also mit Hilfe der Staatsmacht  unbehelligt.

Gegen diese – leider zum wiederholten Mal praktizierte – „Was ich nicht sehen will, ist auch nicht da“- Taktik der Stadtspitze hat der Vorsitzende der VVN-BdA-Bamberg ein Protestschreiben an OB Starke  formuliert und um Erläuterung gebeten.

22.04.2017: Neumarkt Opf, 13 Uhr

Erst durch Information aus den NBB und  Nachfrage von Aktivisten vor Ort beim zuständigen Ordnungsamt wurde am 20.04. bekannt, dass auch Neumarkt Ziel der Neonazis mit einer Demonstration zum Rathaus wurde. Antifa-Gruppen, SPD und LINKE  mobilisierten so gut es eben in der kurzen Zeit ging zum Protest am  Unteren Markt. 300 Bürger zeigten den inzwischen auf 50 Personen angewachsenen Neonazis spontan, dass sie unerwünscht sind.

https://www.nordbayern.de/region/neumarkt/neumarkt-zeigt-nazis-den-stinkefinger-1.6035346 (mit Bildergalerie)

22.04.2017: Nürnberg,  16 Uhr

Der Aufmarsch war stadtintern bereits eine Woche zuvor bekannt gemacht worden – Bündnis Nazistopp und DGB organisierten Gegenproteste.  Die Anwohner konnten so rechtzeitig informiert werden. Die Auftaktkundgebung der Nazis wurde durch lautstarke Beschallung vom Gewerkschaftshaus wirkungslos und 300  AntifaschistInnen begleiteten den 5-km-Marsch der Nazis mit bewundernswerter Ausdauer. Diverse Blockaden verunmöglichten, dass die Nazis ihre geplante Route realisieren konnten.  Der III. Weg sparch anschließend selbst auf Facebook von einer „turbulenten“ Demo.

Geplante Nazi-Route (Pink) <=> wegen Blockaden geänderte Route (Blau)

https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/sitzblockaden-und-stau-bei-demos-in-nurnberger-innenstadt-1.6036078

Wir erkennen – wieder einmal:
Wo immer Nazis ungestört laufen dürfen,  nutzen sie diesen Freiraum für antidemokratische Propaganda. Wo ihnen Proteste entgegenschlagen, wird dieser Freiraum beschränkt.

Wir fordern daher alle Kommunen auf, frühzeitig die Zivilgesellschaft über Anmeldungen von Kundgebungen durch extrem rechte Gruppen zu informieren. Das versuchte Totschweigen in Bamberg, Schweinfurt  und Neumarkt nutzte nur den Nazis, nicht einem vermeintlichen Frieden  in der Stadt!

 

 

 

 

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