„Historisches“

Nordbayerische Bündnisse gegen Rechts bis 2016


Nazikonzerte in Scheinfeld gestoppt

Scheinfeld
(c) Kassandro (eigenes Photo) [GFDL https://www.gnu.org/copyleft/fdl.html]
In Scheinfeld fand im Jahr 2013 eines der zahlenmäßig größten Nazikonzerte in Deutschland  statt. 2013 versuchte die Kommune, das Konzert geheimzuhalten. Als im Jahr 2014 wieder eine Konzertanmeldung beim Landratsamt Neustadt/Aisch einging, organisierten  die NBB zusammen mit örtlichen Kräften  den Widerstand dagegen. Das Nazikonzert wurde durch das Verwaltungsgericht Ansbach am 24.05.14 zwar verboten, trotzdem versuchten sich einige Neonazis zu  versammeln. Der Widerstand war enorm: über 2500 Menschen aus der ganzen nordbayerischen Region kamen zum Gegenprotest, darunter auch Vertreter von über 20 zivilen Bündnissen in Nordbayern.

Scheinfeld Aufruf zum 24.05.2014


Zur  Aufarbeitung des NSU

„Fünf NSU-Morde in Bayern – und alles bleibt wie es ist?“ –  Broschüre der Nordbayerischen Bündnisse gegen Rechts  -Oktober 2014NSU-Broschüre der NBB-Titel

Die Broschüre versucht , die Arbeit des bayerischen NSU-Untersuchungsausschusses kritisch zu bilanzieren und den Wissensstand zum Thema „NSU und bayerische Naziszene“ zusammenzufassen. Erstellt wurde die Publikation von Aktiven der NBB, herausgegeben von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Bamberg.

Besonders spannend und aufschlussreich  die Aktivitäten der Nazi-Szene in den 1990er Jahren. In diesen Jahren der blutigen Pogrome gegen Flüchtlinge entstand der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU). In diesen Jahren war aber auch hiesige Naziszene extrem aktiv. Nachdenklich und wütend macht die Dokumentation der Aktivitäten der fränkischen Neonazis nach Aufdeckung der NSU-Morde im November 2011. Die Szene tauchte keineswegs ab: Drohungen gegen MigrantInnen und Terror gegen AntifaschistInnen eskalierten. Autos wurden angezündet und schwer beschädigt, Aktive bedroht und beleidigt. Aufgeklärt wurden die dokumentierten Übergriffe so gut wie gar nicht.

Infos-Broschüre-NSU-Bayern (abstract)


 

NBB gegen Nazipresse:

2013 führten die NBB eine Aktion gegen Nazipresse in Zeitschriftenläden durch. Die Besitzer/Verkäufer wurden auf extrem rechte Presseveröffentlichungen in ihren Auslagen aufmerksam gemacht mit der Bitte, derartige Produkte aus ihrem Sortiment zu nehmen oder an die Verlage zurück zu geben.

Flyer für Buchhandlungen wegen Nazipresse

 


Tagung der Nordbayerischen Bündnisse gegen Rechts

„Fünf NSU-Morde in Bayern – Und alles bleibt wie es ist?“: Video-Dokumentation der Tagung vom  2. Februar 2013 in Nürnberg

02.02.2013: NSU-Tagung der NBBDie Nordbayerischen Bündnisse gegen Rechts haben die NSU-Tagung in Nürnberg filmisch dokumentiert.

Die gesamte Tagungsdokumentation mit 16 Videos  ist  hier!

1.  Günter Pierdzig (Sprecher NBB)
2.  Yavuz Nazin (Opferanwalt)
3.  Yavuz Narin 2 (Opferanwalt)
4.  Edith Lunnenbach (Opferanwältin)
5.  Robert Andreasch (Aida-Archiv)
6.  Helga-Schmitt-Bussinger (SPD)
7.  Susanna Tausendfreund (GRÜNE)
8.  Susanna Tausendfreund 2 (GRÜNE)
9.  Birgit Mair 1 (Prozessbeobachterin ISFBB)
10.Birgit Mair 2
11. Birgit Mair 3
12. Gerd Wiegel (DIE LINKE)
13. Kerstin Köditz (NSU-Untersuchungsausschuss Sachsen)
14. Martina Renner (NSU-Untersuchungsausschuss Bund)
15. Martina Renner 2 (NSU-Untersuchunsgausschuss Bund)
16. Schlussdiskussion und Tagungsende

Kurzzusammenfassung der NSU-Tagung am 2. Februar in Nürnberg:

Dass die Verfassungsschutzbehörden wegen ihres kompletten Versagens, wegen ihrer teilweisen Förderung von Neonazis („V-Leute“) sowie wegen ihres kompletten Unwillens, Neonazis und extreme Rechte effektiv zu bekämpfen, abgeschafft gehören, war unbestritten. Umstritten war jedoch die Frage, ob sie „in ihrer jetzigen Form“ abzuschaffen seien oder generell. Die auf der Tagung verabschiedete Resolution gab insofern einen Minimalkonsens wieder. Befürchtet wurde allgemein, dass das Thema NSU-Morde nach und nach aus dem öffentlichen Diskurs verschwinden wird und die Behörden weiter daran basteln werden, den „präventiven Sicherheitsstaat“ auszubauen, der sich dann eher gegen linke und demokratische Initiativen wendet. „Reformen“ wie eine „Verbesserung“ der Zusammenarbeit zwischen Verfassungsschutz und Polizei oder die Schaffung neuer „Mega-Behörden“, die sich als Konsequenz der NSU-Morde gebärden, verdienen jedenfalls den entschiedenen Widerspruch kritischer Initiativen gegen Rechts.

Hier die auf der Tagung verabschiedete Resolution


„Lesertreffen“ in Pommersfelden

Reinhard Kirchner GFDL (https://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) , via Wikimedia Commons

In Pommersfelden (Lkr Erlangen/Höchstadt) trafen sich  2012 – wie seit mindestens 10 Jahren – extrem rechte Gäste im Schlosshotel .

Dietmar Munier, Geschäftsführer und Mitinhaber der extrem rechten Verlagsgruppe „Lesen & Schenken“ lud zum „Lesertreffen“ nach Pommersfelden. Intellektuelle aus der Grauzone zwischen
rechtskonservativem Denken und offen rechtsextremen Positionen stellten ihre rechte Gedankenwelt dar. Nach zwei Jahren Protesten der NBB wurde das Lesertreffen in Pommersfelden eingestellt. Mittlerweile findet es an verschiedenen Orten der BRD statt.

Pommersfelden 02.04.2011

Aufruf Pommersfelden 30.03.12


Protest gegen die Frankentage des FNS in Geschwand

In den Jahren 2009 und 2010 fanden auf einer Wiese (Pächter/Besitzer Passon  Niedermirsberg) in Geschwand/Ortsteil von Obertrubach die so genannten „Frankentage“ des „Freien Netz Süd“ statt. Das Bürgerforum Gräfenberg protestierte 2009 mittels eines Motorflugzeugs mit angehängtem  Spruchband „Nein zur Nazipest“, das eine Stunde über den Köpfen der Nazis seine Runden drehte. Die Nordbayerischen Bündnisse riefen im Juli 2010 zu einer Protestveranstaltung/Podiumsdiskussion in der Ortsmitte von Obertrubach auf,  an der auch der örtliche Bürgermeister teilnahm. Der nächste angekündigte Frankentag im Jahr 2011 wurde daraufhin durch das zuständige Landratsamt untersagt. Seitdem herrscht Ruhe im ländlichen Idyll.

Flyer Obertrubach


Flyer nordbayerischer Bündnisse gegen Rechts 2009- 2010

    • Im August 2010 informierten nordbayerische Bündnisse gegen Rechts über die staatliche Ausgrenzung von Nazi-GegnerInnen und die Verharmlosung neonazistischer Gewalt im Zuge der so genannten „Extremismusdebatte“:  NBB_Extremismusflyer

    • Im April 2009 informierten nordbayerische Bündnisse gegen Rechts über das neonazistische „Freie Netz Süd“:
      Das „freie Netz Süd
      (PS: Beim FNS fand im Juli 2013  endlich die lang geforderte  polizeiliche Razzia beim FNS statt, ein Jahr später wurde das FNS verboten. Viele seiner Akteure finden sich heute bei  „Der III. Weg“)
  • Im September 2009 informierten nordbayerische Bündnisse gegen Rechts über rechtsradikale und rechtspopulistische Parteien in der Region
    Flugblatt zu rechten Parteien