NSU-Prozess: Kein Schlussstrich!

Veranstaltung der Nordbayerischen Bündnisse gegen Rechts zum Ende des NSU-Prozesss

Das darf nicht das Ende sein!
Konsequenzen aus dem NSU-Prozess

Donnerstag, 15.03.2018, 19:30 Uhr
Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg

mit Nebenklageanwalt Sebastian Scharmer
und dem Journalisten Jonas Miller

Das NSU-Netzwerk bleibt im Dunkeln?

Die „Drei-Täter-Theorie“ der Bundesanwaltschaft ist längst widerlegt. Die Die „Drei-Täter-Theorie“ der Bundesanwaltschaft ist längst widerlegt. Die Hauptangeklagten im Prozess müssen lokale Unterstützer gehabt haben.
Dem rechtlich begründeten Aufklärungsanspruch der Nebenkläger_innen sind die Ermittlungen des Generalbundesanwalts und auch das Verfahren vor dem OLG nicht gerecht geworden. Hauptangeklagten im Prozess müssen lokale Unterstützer gehabt haben.
Dem rechtlich begründeten Aufklärungsanspruch der Nebenkläger_innen sind die Ermittlungen des Generalbundesanwalts und auch das Verfahren vor dem OLG nicht gerecht geworden. Insbesondere die Vielzahl der
V-Leute im Umfeld des NSU lässt Fragen offen, die das Urteil klar festhalten sollte. Das Versprechen der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland vom 23. Februar 2012, alles zu tun, „um die Morde aufzuklären und die Helfershelfer und Hintermänner aufzudecken und alle Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen“, droht zu Schall und Rauch zu werden. Ebenso bleibt die Rolle der vielen V-Leute wie Tino Brandt, Kai Dalek, Michael See,
Tibor R., Thomas Dienel, Thomas St., Ralf Marschner, Thomas Richter, Marcel D., Carsten Szczepanski, Stephan L. sowohl in der Entstehungsgeschichte als auch der Aktivitäten des NSU bis 2011 völlig unklar.

Fragen über Fragen

Wie konnten Tatorte und Mordopfer ausgewählt werden ohne lokale Unterstützer? Warum wurde der offensichtliche Zusammenhang zwischen Fränkischer Aktionsfront, Tiroler Höhe, Nürnberger Hools und dem späteren NSU nie näher untersucht? Warum gab es in Bayern bisher nur einen NSU-Untersuchungsausschuss, obwohl hier die meisten Morde und ein Sprengstoffanschlag stattfanden? Was war mit Mandy Struck, die dem NSU-Trio den ersten Unterschlupf organisiert hatte? Sie hatte enge
Verbindungen zur hiesigen Naziszene, absolvierte Schießtrainings in Büchenbach (Lkr. Roth) und wohnte zeitweise in der Gegend. „Polizei und Innenministerium mauern“ bei der Aufklärung, beschwert sich Franz
Schindler, der Vorsitzende des ehemaligen Untersuchungsausschusses.
Was war mit der „Taschenlampen-Bombe“ 1999 in der Gaststätte Sunshine im Nürnberger Stadtteil Glockenhof? Was ist mit dem Neonazi, der laut Plädoyer der Nebenklageanwältin der Familie Şimşek im Nachbarhaus der Gaststätte lebte und dessen Adresse auf der sog. Jenaer Garagenliste stand? Was ist mit dem Neonazi, der laut dem im Januar 2018 gehaltenen Plädoyer der Nebenklageanwältin der Familie Şimşek einige Monate vor dem Mord an İsmail Yaşar für Sachbeschädigung zu Lasten des späteren Opfers verurteilt wurde? Warum erkennen die Ermittler keinen Zusammenhang, zumal dieser Neonazi mit Uwe Mundlos, Ralf Wohlleben und anderen im NSU-Umfeld in der Tiroler Höhe war, deren Telefonnummer wiederum auf der „Garagenliste“ stand?

Unsere Referenten

Rechtsanwalt Sebastian Scharmer, Berlin, vertritt im NSU-Verfahren die Tochter und den Sohn des am 4. April 2006 in Dortmund ermordeten Kioskbesitzers Mehmet Kubasik. Er wies im Prozess auf ein Netzwerk von neonazistischen, staatlich mitfinanzierten V-Leuten im Umfeld des NSU hin.

Jonas Miller, Fürth, ist seit 2011 als freier Journalist für Rundfunk, Zeitungen, Magazine und Onlinemedien tätig. Arbeitet als Reporter und Autor für den  Bayerischen Rundfunk und den Blog Störungsmelder von ZEIT ONLINE. Schwerpunkte Rechtsextremismus , Politik und Soziale Bewegungen

Moderation: Birgit Mair, Diplom-Sozialwirtin (Univ.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.